publiziert: 14.07.2012 13:52 Uhr
aktualisiert: 16.07.2012 12:04 Uhr
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Beziehungsstreit: Polizei überzeugt Mann, Pistole abzugeben

Eine brenzlige Situation lösten Nachbarn und Polizeibeamte am frühen Samstagmorgen in einer Wohnung in Münnerstadt. Gegen 4.45 Uhr hatte ein Notruf vom lautstarken Streit zwischen einem jungen Paar in der Wohnung einer 22-Jährigen in der Schindbergstraße berichtet, sagt Pressesprecher Michael Zimmer vom Polizeipräsidium Unterfranken auf Anfrage.

In der Wohnung im Obergeschoss war da schon länger die Auseinandersetzung zwischen der Bewohnerin und einem 26-jährigen Besucher im Gange. Ein Augenzeuge aus einem Nachbarhaus berichtete dieser Zeitung, dass er durch laute Schreie aus dem Mietshaus aufmerksam wurde, dessen Bewohnerin er kennt. "Die Schwester meiner Freundin hat durch das Fenster um Hilfe gebrüllt." Sie habe nicht entkommen können, weil der Mann die Wohnungsschlüssel aus dem Fenster geworfen und den Akku aus ihrem Handy entfernt habe.

Der Augenzeuge rannte eigenen Angaben zufolge mit der Schwester der Bedrohten über die Straße zu Hilfe, wo schon andere aufgeweckte Nachbarn waren. Einer habe erzählt, er habe bereits vorher die Polizei alarmiert. "Ein Schuss fiel, dann war Ruhe," erinnert sich der Zeuge im Gespräch mit dieser Zeitung.

Ein Nachbar habe den Wohnungsschlüssel gebracht, den er vor dem Haus gefunden hatte. Vorsichtig öffneten mehrere Anwohner die Tür. Die Freundin des Augenzeugen zog ihre Schwester schnell aus der Gefahrenzone und brachte auch deren Hund in Sicherheit. Pressesprecher Zimmer bestätigt diese Darstellung.

Der 26-Jährige  verschanzte sich mit der Pistole in der Wohnung. Aus Angst vor weiteren Schüssen zogen sich die Nachbarn zurück,bis die Polizei eintraf. Die Polizisten nahmen bereits im Hausgang Reizgas-Geruch wahr. Sie suchten mit Hilfe der Nachbarn das Gespräch mit dem Mann.

Von dem Mann aus Bad Tölz war bekannt, dass er stark psychisch belastet war. Er fügte sich in der Wohnung selbst tiefe Schnittwunden zu. Da er zunächst nicht aufgeben wollte, stand für die Einsatzkräfte die Möglichkeit im Raum, die Wohnung stürmen zu müssen. Aber gegen 6.15 Uhr überredeten ihn Polizeibeamte, die Waffe auf den Boden zulegen. Er wurde festgenommen.

Der 26-Jährige wurde laut Pressesprecher Zimmer zunächst ärztlich versorgt. Dann wurde er ins Bezirkskrankenhaus nach Werneck gebracht. Erst im Nachhinein bekamen die Beamten Gewissheit, dass es sich bei seiner Schusswaffe  um eine Gaspistole handelte.

Zwischen der jungen Frau und ihrem Besucher hat es nach Aussagen des Nachbarn schon zuvor Auseinandersetzungen gegeben, die aber nie so eskalierten wie in der Nacht zum Samstag. Warum es zum Streit kam, ist unklar. Die junge Frau wisse es auch nicht, sagt der Freund ihrer Schwester. Am Sonntag waren sie, ihre Schwester und der Augenzeuge damit beschäftigt, die Spuren der Auseinandersetzung zu tilgen.

"In der Wohnung war alles voller Blut,", sagt der Nachbar. Man habe auch die Patronenhülse gefunden, für die Polizeibeamte bisher wenig Interesse bekundet hätten. Sie hätten sich lediglich Namen und Adressen der Beteiligten notiert. Die Nachbarn fürchten, dass es erneut Streit gibt, wenn der 26-Jährige zurückkommt. Er hat noch seine Klamotten in der Wohnung seiner Bekannten, vor dem Haus steht sein Wagen. Und der Augenzeuge wusste am Sonntagmittag von seiner Freundin von einem Telefonat mit dem Bezirkskrankenhaus in Werneck: "Die sagen, er wird heute schon wieder entlassen."
Von unserem Redaktionsmitglied Manfred Schweidler
    
    

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Die neuesten Kommentare

baboi (55 Kommentare) am 16.07.2012 06:50

tickende Zeitbombe?

Würde mich mal interessieren, WER die Verantwortung übernimmt, wenn dieser Kerl wieder mal austickt? Der Haftrichter ist bestimmt immun gegen Fehlerhaftung, also wer?
bin zwar kein Freund des NS Regimes, aber bei solchen Sachen müsste die Demokratie mal Abstriche machen und Internierungslager schaffen.[...]

Ein Teil dieses Kommentars [...] wurde gelöscht, da er gegen unsere Netiquette oder AGB verstößt. Die Multimedia-Redaktion.
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jus (240 Kommentare) am 16.07.2012 10:09

Ganz nach dem Motto

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