aktualisiert: 10.07.2012 12:05 Uhr
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BAD KISSINGEN
Schwierige Kandidaten-Kür: Wer kommt nach Robert Kiesel?
Robert Kiesel spricht über seine Entscheidung – Parteigremien suchen einen Nachfolger
Es kam wie ein Paukenschlag, als Robert Kiesel in der Kissinger Delegiertenversammlung am 30. Juni offenbarte, dass er 2013 nicht mehr für den Landtag antreten wird. Monatelang rang er um diese Entscheidung. Auch seine Familie leistete dabei Überzeugungsarbeit. Dann war für ihn plötzlich klar: „Ich muss jetzt an mich denken, muss Stress abbauen, um meine Gesundheit nicht vollends zu ruinieren.“
Dass am 16. Juni, einen Tag nach der Kreisdelegiertenwahl in Bad Neustadt, in der Zeitung stand, er würde wieder kandidieren, ist für ihn unverständlich. „Denn ich war ja selbst in der Versammlung dabei.“ Landrat Thomas Habermann sagte dort in seiner Eigenschaft als stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender am Podium, dass er, Kiesel, noch unschlüssig sei, ob er antreten soll. Er habe also nicht erst ja und dann nein gesagt. „Es war keine Wankelmütigkeit von mir“, ist es dem Reiterswiesener wichtig, klarzustellen.
„Jetzt ist es aber unumstößlich“, sagt er über seine Entscheidung und macht gleichzeitig auch klar, dass es ihn künftig nicht mehr in die politische Verantwortung drängen wird. „Ich freue mich darauf, Privatmann zu sein.“ Es gibt schließlich noch andere Dinge im Leben, mit denen man sich beschäftigen kann. „Wenn ich nicht Landwirt gewesen wäre, hätte ich irgendetwas mit Finanzen und Recht studiert.“ Vielleicht schreibt er auch irgendwann mal ein Buch über die Grenzertragsböden der Rhön, schließlich war er jahrzehntelang in Streitfällen für die Finanzverwaltung als Sachverständiger für Bodenbewertung tätig.
Auf Kandidatensuche gehen
Aber selbst wenn man sich definitiv entschieden hat, darf man angesichts von dann 23 Jahren im Maximilianeum ruhig wehmütig sein. „Denn es kommt eine interessante Zeit“, sagt der Vollblutpolitiker. Die Energiewende muss bewältigt werden und die Zeiten, in denen man Wohltaten austeilt, sind bald vorbei. Gerade wenn der Gestaltungsspielraum enger wird, bleibt Politik „spannend“. Und in Zeiten, in denen die Ballungsräume immer mehr in den Mittelpunkt des wirtschaftlichen Interesses rücken, müssen Abgeordnete „noch mehr buckeln“, um Geld für den ländlichen Raum locker zu machen.
Am 15. September 2013 ist Landtagswahl. Vier Wochen später tritt der neue Landtag zusammen. Bis Anfang Oktober 2013 ist Kiesel also regulär noch im Amt. Das will er auch reichlich nutzen. „Ich habe nicht vor, meine Arbeitsweise zu ändern.“ Wie es aber danach weitergeht, darüber müssen sich jetzt in den nächsten Monaten die Parteigremien in den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen Gedanken machen. Denn die Nominierungsversammlung findet meist Anfang Dezember des Vorjahres statt – vorausgesetzt der Kandidat ist sicher. Jetzt, wo man einen neuen Mandatsträger für München aus dem Hut zaubern muss, soll die Wahl schon im Oktober oder November stattfinden. Ein Datum steht jedoch noch nicht fest.
Bei der Suche nach geeigneten Stimmkreis-Repräsentanten dürften sich die Christsozialen schwer tun, denn die ganz Jungen haben nicht das nötige Erfahrungspotenzial. In der Altersschicht zwischen 30 und 50 Jahren gibt es kaum jemand, den man für ein solch verantwortungsvolles Amt aufbauen könnte. Und diejenigen, die jenseits der 50 sind und entsprechende Politerfahrung hätten, sind vielfach in anderen Positionen etabliert und daher nicht mehr scharf darauf, Heim und Hof zu verlassen, um in München Karriere zu machen. Ob man die Delegierten im Oktober überhaupt vor die Qual der Kandidaten-Wahl stellen kann, wird sich bald herausstellen.
„Der Bewerber muss Lebens- und Berufserfahrung mitbringen. „Vom Hörsaal in den Plenarsaal, das geht nicht.“ Denn wenn man Politik macht, muss man etwas erlebt und zu sagen haben, sagt Kiesel. Die Parteigremien bestimmen, wer in den Kandidatenreigen aufgenommen wird. „Aber wenn man mich fragt, werde ich mich klar äußern.“ Namen will Kiesel nicht nennen. „Ein paar wagen sich gerade aus der Deckung, aber die meisten sind nur berufen, die wenigsten auserwählt.“
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lbs (435 Kommentare) am 10.07.2012 21:55
Von wem stammt eigentlich dieser folgende Satz ....... von Kiesel oder der Redakteurin?Bei der Suche nach geeigneten Stimmkreis-Repräsentanten dürften sich die Christsozialen schwer tun, denn die ganz Jungen haben nicht das nötige Erfahrungspotenzial. In der Altersschicht zwischen 30 und 50 Jahren gibt es kaum jemand, den man für ein solch verantwortungsvolles Amt aufbauen könnte. |
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double (15 Kommentare) am 10.07.2012 12:22
Bewerber mit Lebenserfahrung????„Der Bewerber muss Lebens- und Berufserfahrung mitbringen. Vom Hörsaal in den Plenarsaal, das geht nicht. ..... wenn man Politik macht, muss man etwas erlebt und zu sagen haben." Leider wurde dies bei der CSU nicht immer so gehandhabt, sonst wären eine Dorothee Bär (Bundestag) und eine Anja Weisgerber (Europäische Parlament) nicht so schnell zu ihren gut dotierten Mandaten gekommen. Keine der beiden hat über einen längeren Zeitraum einen Beruf in Vollzeit ausgeübt und so Erfahrung im realen Leben gesammelt. Das sind die Berufspolitiker der CSU, die uns in Zukunft vertreten. Da sind wir mal gespannt, wer Robert Kiesel folgt. |
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hase01 (34 Kommentare) am 10.07.2012 10:00
warumtraut denn Robert Kiesel den Jungen nichts zu? Es wird Zeit, dass er aufhört, er hat seine "Schäfchen" im Trockenen. Ohne ihn geht es auch weiter! |
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Adelheid (34 Kommentare) am 09.07.2012 15:12
Schwierige Kandidaten KürBravo Rhoenkönig!Dazu nur noch die Berkung, daß die Meßlatte vom derzeitigen Kandidaten nicht allzu hoch liegt. Bücher schreiben, ja sowas. Wird bestimmt ein Kinderbuch. |
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rhoenkoenig (5 Kommentare) am 09.07.2012 12:26
Ja so schwer...Was soll denn dieser Satz?Sind in der Altersschicht zwischen 30 und 50 alle einfach nur Dumm?! Wie viel politische Kompetenz muss man denn besitzen um in diesem Sumpf "mitregieren" zu können bzw. zu dürfen? Glückwunsch an die restlichen "äußerst intelligenten" Politiker Und ... Viel Erfolg bei der Suche |
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