publiziert: 06.01.2013 16:58 Uhr
aktualisiert: 07.01.2013 10:00 Uhr
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"Wundertüte" bei Närrischer Weinprobe

Warum Würzburgs OB bei der „Närrischen Weinprobe“ ein Lacher im Halse stecken blieb

Als die letzten Lacher verklungen waren und im Glas nur noch ein Tröpfchen Riesling schillerte, da war Volkmar Halbleib erleichtert. Angesichts des Superwahljahres 2013 hatte der SPD-Landtagsabgeordnete aus Ochsenfurt mit dem Schlimmsten an Spott gerechnet, doch die elfte Auflage der „Närrischen Weinprobe“ des Bayerischen Rundfunks im Hofkeller war so politisch wie ein Schuss aus der Konfettikanone. Kaum eine Abrechnung mit den Parteien, „das Programm war eine bunte Wundertüte“, sagte ein amüsierter Halbleib.

Er bildete neben Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die Würzburgerin ist fast schon so etwas wie das Maskottchen der Fastnacht, Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) sowie Günther Felbinger (FW) die Faschings-Fraktion des Landtages. Die Schwergewichte aus dem Münchner Kabinett waren diesmal dem Spektakel im Keller ferngeblieben, trotzdem bekamen Ministerpräsident Horst Seehofer („Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich gehört habe, was ich gesagt habe?“) und Co. eine Breitseite ab.

Würzburgs Oberbürgermeister Georg Rosenthal war vor allem begeistert vom „staubtrockenen Humor“ des Günter Stock. Der ehemalige Bürgermeister von Margetshöchheim (Lkr. Würzburg) trat als Weinbäuerle auf, ist damit allerdings kein Vorbild für den nach 2014 noch eine Beschäftigung suchenden OB: „Der Günter macht das brillant und ich sage mir: Schuster bleib bei deinen Leisten“, so Rosenthal lächelnd.

Weniger übrig hatte er für manchen Witz des selbsternannten „Feinkostgewölbes“ Daphne de Luxe. Das Barockweib beschrieb ausgiebig einen Besuch in einem asiatischen Lokal. „Wenn Scherze auf Kosten von Minderheiten in Deutschland gemacht werden, bleibt einem das Lachen im Halse stecken“, so Rosenthal. „Das ist eine Entwicklung, die mich auch zunehmend bei den großen Karnevalsübertragungen im Fernsehen stört.“

Eine Entdeckung war der erst 19-jährige Jonas Paul aus Bergrheinfeld mit seiner Gitarre. Er dichtete Lieder von den Sportfreunden Stiller und den Ärzten um und erzählte herrlich frisch vom Erwachsenwerden. Derzeit absolviert Paul ein freiwilliges soziales Jahr bei den Maltesern in Schweinfurt, in den nächsten Wochen liegt der Fokus jedoch woanders: Bis zu 20 Auftritte in der Bütt liegen vor dem Künstler von der „Schwarzen Elf“ aus Schweinfurt, „der Fasching“, sagt er, „ist für mich die schönste Zeit des Jahres“. Es freue ihn besonders, so Fastnachtspräsident Bernhard Schlereth, „wenn junge Talente die Herzen der Leute erobern. Sie sind schließlich die Zukunft der Fastnacht, deshalb werden sie bei uns immer eine Chance bekommen“.

Einen Zusammenschnitt der Sendung zeigt der BR am Freitag, 11. Januar, ab 19.45 Uhr.

Die Weine zur Fastnacht

Fünf Schoppen aus dem Hofkeller wurden bei der Närrischen Weinprobe gereicht, die ehemalige Weinkönigin Nicole Then-Plannasch stellt die Tropfen exklusiv vor:

2011 Silvaner Kabinett trocken – fränkischer Fastnachtsschoppen: „Der Klassiker und ein Muss für Frankenweinfans: trocken, fruchtig, kräftig.“

2011 Handthaler Stollberg Müller-Thurgau Kabinett trocken: „100 Jahre ist diese Rebsorte. Im Jubiläumsjahr präsentiert sich dieser Wein kräuterwürzig und nachhaltig.“

2012 Würzburger Stein Weißburgunder Kabinett trocken: „Ein variantenreicher Wein, ausdrucksstark mit einer zarten Apfelfrucht.“

2012 Abtswinder Altenberg Scheurebe Kabinett: „Der fruchtige Verführer mit feiner Cassis-Aromatik.“

2011 Würzburger Innere Leiste Riesling Spätlese trocken: „Königin der Weißweine: betörende Zitrusfrucht, zarte Säure, rassige Eleganz.“

    
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Närrische Weinprobe
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Närrische Weinprobe
Närrische Weinprobe
Würzburg
06.01.2013
    
Von unserem Redaktionsmitglied Achim Muth
    
    

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Die neuesten Kommentare

unbekannt (66 Kommentare) am 06.01.2013 21:20

Seltsame Erwartung, ......

...... die der Herr Abgeordnete Halbleib da an eine Faschingsveranstaltung hat. Warum sollte in einer "Närrischen Weinprobe" mit "dem Schlimmsten an Spott" für anwesende Politiker gerechnet werden? Das sollte nach wie vor dem Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg oder politischem Kabarett vorbehalten bleiben. Fasching ist Fasching und sollte es auch bleiben. Viel zu viele Faschingssendungen im Fernsehen lassen sich dazu verleiten, der Politik ein viel zu großes Gewicht zu verleihen. Sonst würden die Herren Ehrengäste aus der Politik wohl nicht mehr in so großer Anzahl kommen? Ursprünglicher Fasching tut sich damit in solchen Sendungen zunehmend schwerer. "Fasching, bleib bei deinen Leisten!" möchte man da rufen.
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