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publiziert: 06.07.2012 17:57 Uhr
aktualisiert: 08.07.2012 12:06 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text MÜNCHEN
Handy-Strahlung: Harmlos oder sehr gefährlich?

Behörden halten Mobilfunk für harmlos - Wissenschaftler sehen das anders. Das hat eine Debatte im bayerischen Landtag gezeigt.

Christian Magerl von den bayerischen Landtagsgrünen macht es kurz, aber deutlich im Münchner Maximilianeum: „Handys ausschalten“, sagt er zu Beginn der Sitzung. Nicht leise, nicht auf Vibration, sondern ganz aus. Der Grund: Einige der Besucher im Raum wollen sich der Strahlung nicht aussetzen. „Bitte nehmen Sie Rücksicht.“

Magerl leitet an diesem Morgen die Expertenanhörung zum Thema Auswirkungen von Mobilfunk. Neun Fachleute sollen erklären, wie gefährlich die Strahlen wirklich sind. Und in den nächsten Stunden wird klar: Glaubt man den geladenen Wissenschaftlern, sind sie sehr gefährlich. Glaubt man den Vertretern der staatlichen Behörden, sind sie harmlos.

Am eindringlichsten warnt der Konstanzer Umweltmediziner Joachim Mutter: „Es besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Handytelefonieren und Krebs.“ Dies hätten mehr als 400 internationale Studien belegt. Bösartige Hirntumore und Unfruchtbarkeit bei Männern hätten in den vergangenen Jahren in Ländern mit starker Handynutzung zugenommen.

Vor dem Risiko, das besonders für Kinder besteht, warnt der Messtechniker Rainer Müller: „Die Belastung für einen Kinderkopf ist dreimal so hoch wie für Erwachsene.“ Der Saarbrücker Physiker Ulrich Warnke appellierte mit Blick auf die geltenden Grenzwerte sogar: „So kann es nicht weitergehen.“ Solange unklar sei, wie gefährlich die Langzeitwirkungen sind, müsse zumindest Vorsorge in Form funkfreier Zonen und niedrigerer Grenzwerte getroffen werden.

Doch genau diese Grenzwerte würden nicht einmal erreicht, bekräftigen die Vertreter der Behörden. „Wir liegen tausendfach darunter“, sagt Josef Opitz von der Bundesnetzagentur. Die Netze umzurüsten, wäre für die Mobilfunkbetreiber aufwendig. „Es gibt keine nachgewiesenen Gründe, warum sich etwas ändern sollte“, sagt Gunde Ziegelberger vom Bundesamt für Strahlenschutz. In Bayern ist die Angst vor Handystrahlen offenbar besonders groß. Von bundesweit 700 Bürgerinitiativen sind 306 im Freistaat registriert.
 



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Von unserer Mitarbeiterin Catrin Weykopf
    
    

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Die neuesten Kommentare

mainstreamer (1 Kommentare) am 08.07.2012 09:26

Ärztekammer Liechtenstein zurStrahlung von Mobilfunk

"Solange sich die Wissenschaftler uneinig sind, welche Art von Frequenzen und Wellen und welche Intensitäten der Strahlung unserer Gesundheit schaden, sind wir zur Vorsicht verpflichtet. Wenn hunderte von Studien belegen, dass mit steigender Strahlenbelastung die Gesundheitsschädigung zunimmt, und wenn wir als Ärzte immer mehr mit schwer erklärbaren Krankheitsbildern konfrontiert werden, bei welchen wir einen Zusammenhang mit Mobilfunkstrahlung nicht ausschliessen können, ist Handlungsbedarf gegeben. Unsere täglichen Erfahrungen weisen darauf hin, dass sich die Situation zuspitzt. Als Ärzte machen wir uns Gedanken zu den möglichen Ursachen dieser Entwicklung und appellieren an die Verantwortlichen, die flächendeckende Strahlenbelastung durch Mobilfunkantennen so weit wie möglich zu reduzieren."
(3)
tagblatt_leser (166 Kommentare) am 07.07.2012 17:57

Ich kann es nicht mehr hören!

Die bösen, gefährlichen "Strahlen"! Seit weit über einhundert Jahren haben wir Funksender aller Art in der Welt herumstehen, ohne dass irgendwelche gesundheitliche Schäden bekannt geworden wären. Es wird nach wie vor Leute geben, die 100 Prozent Sicherheit (mit noch ein paar Stellen hinter dem Komma) erwarten, doch diesen "Wunsch" kann ihnen kein Wissenschaftler auf dieser Erde erfüllen.
Daher einmal lesen, was hier steht:

Elektrosmog-Hysterie

mit dem guten Ratschlag an unsere Jounalisten, endlich einmal von diesem Thema abzulassen. Einfache Lösung: wo es eine Handys gibt, braucht es auch keine Mobilfunkmasten!

Wohin die Elektrosmoghysterie auch führem kann, ist hier zu lesen:

Bebauungspläne wichtiger als Menschenleben!
(1)
Quiring (6 Kommentare) am 07.07.2012 09:56

Es waren keine Wissenschaftler unter den Mobilfunkgegnern

Im Bericht oben wird ein Irrtum verbreitet, wenn da steht: "Glaubt man den geladenen Wissenschaftlern, sind sie sehr gefährlich. Glaubt man den Vertretern der staatlichen Behörden, sind sie harmlos."

Dazu ist zu sagen, dass die Seite der Mobilfunkgegner nur mit einem einzigen Wissenschaftler zugegen war, nämlich Dr. Warnke. In der Wissenschaft werden die extremen Thesen der Mobilfunkgegner schon seit langem nurmehr belächelt. Dr. Warnke seinerseits vertritt exotische Thesen zum Mobilfunk, z.B. ein Stressmodell, demzufolge sich, wäre es wahr, die halbe Bevölkerung bereits in der Psychiatrie befinden müsste. Außerdem ist er Herausgeber einer esoterisch anmutenden Buchreihe mit seltsam überdrehtem Welterklärungsanspruch, die im Fach „Erich Däniken“ gut aufgehoben wäre.

Warnke wies am Ende der Anhörung auch deutlich darauf hin, dass er, entgegen anderslautenden Darstellungen, nicht mehr bei der Universität des Saarlands beschäftigt ist, sondern seit 2010 im Ruhestand.
(2)
kräuterhex (20 Kommentare) am 07.07.2012 09:19

Gefährlich für die Psyche!

Mir erscheint die Abhängigkeit vom "Mobil - Sein" für weitaus gefährlicher. Ständige Bereitschaft....das Handy ist immer und überall dabei.... jede noch so unwichtige SMS oder sonstige Nachricht erhält höchst Priorität. Lasst doch einfach mal die Handys in der Schublade.....so lässt es sich in jedem Fall gesünder und stressfreier leben! zwinkern Klappt super!!!
(2)
wd (249 Kommentare) am 07.07.2012 06:33

Komisch ...

... da läßt sich heutzutage fast alles wissenschaftlich erklären und klären. Doch beim Thema Handystrahlung herrscht große Unklarheit.
Da stellt sich irgendwie die Frage, warum das so ist.
Ob es daran liegt, daß man damit so viel Geld verdienen kann?
Oder ob es den meisten einfach schlicht wurscht ist?
Fakt ist, daß viele nicht mehr ohne können.
Warum das so ist, das ist aber jetzt schon wieder eine andere Frage ...
(3)
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